Trockenfutter und Feuchtfutter mischen?

Wir erhielten neulich den Hinweis eines Tierbesitzers, in der Zeitung war in einem Artikel zu lesen, dass man Hundtrocken- und Feuchtfutter nicht mischen dürfe.
Aha. Also haben wir einmal recherchiert.Hier die Quelle:Artikel in der Süddeutschen

Natürlich ist es leicht jetzt zu sagen, alles sei Blödsinn . Doch gehen wir die Sache einmal wissenschaftlich an:

Verschiedene Futter- oder Lebenmittelbestandteile werden unterschiedlich schnell verwertet/verdaut. Das stimmt. Die Schweinshaxe liegt gefühlt ewig im Magen, das Stück Schokolade ist sofort verdaut. Soweit alles richtig.

 Aber:

„Hundebesitzer sollten Trocken- und Nassfutter nicht vermischen. Im Magen-Darm-Trakt des Hundes entstehen so Gärungen, die den Magen angreifen können. Außerdem entwickeln die Tiere als weitere Folge unter Umständen Unverträglichkeiten gegen Getreide und verschiedene Eiweiße.“

Projeziere ich das einmal auf mich:
Wenn ich ein Schnellrestaurant aufsuche und einen Hamburger essen möchte, verhalte ich mich zukünftig wie?

Trennkost
Da das Brötchen relativ schnell verdaut wird, der Fleischpattie etwas langsamer und der Salat ja noch langsamer, muss ich am Besten erst den Salat, dann das Fleisch und anschließend das Brötchen essen. Trinken nicht! Denn, dass wird das Brötchen (Trockenfutter) ja zu Feuchtfutter!
Wenn ich all dies nicht beachte, laufe ich dann Gefahr Unverträglichkeiten zu bekommen? Vielleicht nur Blähungen, vielleicht aber auch eine Zöliakie?!

Im Lokal: Die Vorsuppe (= Feuchtfutter) und das dazu gereichte Baguette (= Trockenfutter) sind künftig tabu!?

Weiter gedacht: Ich gebe dem Hund Trockenfutter und darf ihn hinterher nicht trinken lassen, weil es im Magen ja dann zu Feuchtfutter wird?!

Also allein mit klarem Menschenverstand ist mir dies nicht logisch. Die Nahrung gelangt, ob trocken oder feucht gefüttert, in den Magen, wird dort weiter zerkleinert und schließlich dem Darm übergeben.

Wenn eine jede Fütterung von Feucht- mit Trockenfutter gemischt, zu Unverträglichkeiten führen würde, hätten wir ja endlich den Mechanismus der stetig wachsenden Anzahl an Tieren, die eben unter Futtermittelunverträglichkeiten leiden, gefunden. „Füttern Sie nur noch getrennt und alle Unverträglichkeiten sind dahin!“. Toll!

Zweites Problem: Die Weizenunverträglichkeit. „Futter ohne Getreide!“
In keinem Futter werden Sie Mehl finden! Der Hund hat zwar – wissenschaftlich erwiesen – um Gegensatz zum Wolf, die Fähigkeit Mehl, also Stärke aufzuspalten. Trotzdem wird kein einziges Futter mit Mehl versetzt.
Die enthaltene Stärke entspringt oft der Weizenstärke im Futter. Wir erinnern uns, der Hund hat ein Gen, im Gegensatz zum Wolf, dass ihm ermöglicht Stärke zu spalten.
Eine Zöliakie, also eine Glutenunverträglichkeit gibt es bei Hunden nicht!!! Es gab vor Jahren einmal die Vermutung, eine bestimmte Rasse hätte dafür eine Anfälligkeit. Dies wurde aber durch Wissenschaftler widerlegt.

 Anekdote hierzu: Ich habe neulich eine Tüte Gummibärchen in den Händen gehabt, auf der mit großen Lettern stand: Ohne Fett! Na toll! Dann kann ich also gesund naschen, weil ja kein böses Fett drin ist. Der Zucker ist ja leicht und schnell verdaulich, sollte also zu keinen Unverträglichkeiten fürhen. Also alles im grünen Bereich.
 

Ich bin ja für neue Erkenntnisse immer offen, aber was in diesem Artikel behauptet wird, ist mir nicht logisch. Der wissenschaftliche Beweis fehlt!
Natürlich habe ich bei Futterherstellern und Wissenschaftlern nachgefragt, ob eine solche Problematik bekannt sei, ich kann ja schließlich auch nicht alles wissen. Die Antwort(en) war(en) eindeutig: Nein!

Also ICH werde meinem Hund auch weiterhin das Trockenfutter ab und zu mit Feuchtfutter „versüßen“, den Hamburger als Menu bestellen und genießen und die Suppe mit einem leckeren Baguette essen. Sollte ich nachweislich hierdurch Blähungen oder gar eine Zöliakie bekommen, lasse ich es sie wissen!

Guten Hunger!

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